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Australier in Krakau, Teil I

By Sarah Friggieri, www.glutenfreefoodie.com.au  

 

Sieben Jahre. 2.555 Tage. 61.320 Stunden. So lange haben mein Mann und ich unsere Europareise geplant. Malta war immer dabei, es ist der Geburtsort meiner Mutter und meiner Großeltern (ganz zu schweigen von der atemberaubenden Küste mit Wasser so blau, dass man dadurch fast erblindet). England war ebenfalls ein Muss, denn dort lebten die Sträfling-Vorfahren meines Mannes, ehe sie wegen Wegelagerei und Teediebstahl nach Australien verfrachtet wurden.

 

Wo wir jedoch den Rest der Zeit verbringen sollten, darüber gab es reichlich Überlegungen. Ein Flug von Sydney dauert 24 Stunden und kostet zehntausende von Dollar und da dies wohl unsere einzige Reise nach Europa sein würde, wollten wir sicher sein, dass wir auch alles auf unserer Liste abhaken konnten: durch Amsterdams Rotlichtviertel flanieren, unter den Flügeln eines Adlers im Schweizer Grindelwald wandern, das berühmte Kolosseum in Rom bewundern, uns eine neiderzeugende Bräune auf den griechischen Inseln holen. Dann offenbarte mir mein Mann sein Verlangen, Polen zu besuchen, eine Destination, die ich bisher noch nie auf meinem Schirm hatte.

 

Ich war mir nicht sicher, was mich erwarten würde, aber was ich dann entdeckte, war ein Ort so lebhaft wie Vanuatu, so freundlich wie Fidschi, so kultiviert wie Cannes, mit Luxus in unserer gebuchten Unterkunft: Vienna House Andel’s Cracow.

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STAY | Vienna House Andel’s Cracow

 

Seit dem Beginn unserer lang erwarteten Europareise in London, gefolgt von Amsterdam, hatten wir langsam das Gefühl, dass alle europäischen Hotels winzige Zimmer haben würden, mit kaum Platz für uns zwei, ganz geschweige von den drei großen Koffern, die wir im Schlepptau hatten. Aber dann betraten wir die neu umgestaltete Junior Suite im Vienna House und unsere Augen leuchteten auf: getrennter Wohn- und Schlafbereich, ein riesiges Bad mit zwei Waschbecken, zwei Toiletten, zwei Fernseher, ein Safe, Bodenheizung (ideal in den Wintermonaten), eine Auswahl an Snacks und Getränkeoptionen… Wir hätten das Zimmer gar nicht verlassen müssen – aber wir hatten Pläne.

©Sarah Friggieri
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Auschwitz-Birkenau, wichtiger Ort der wohl tragischsten von Menschen verübten Grausamkeiten, das war der Grund, warum sich dieses Land auf der To-See-Liste meines Mannes befand. Leider war der Holocaust nicht Teil des Unterrichtsstoffs an meiner Schule, denn Australien ist geografisch ziemlich weit entfernt vom Rest der Welt und unsere Bildungseinrichtungen finden es wohl wichtiger, uns unsere eigene Heimatkunde beizubringen.

 

Als ich davon erfuhr, begann ich auf eigene Faust zu recherchieren und konnte nicht genug Informationen sammeln, um mein Interesse zu stillen: Wie konnten Menschen anderen Menschen so etwas antun? Warum hat sich niemand bei den Nazis für die Menschlichkeit eingesetzt? Warum gab es unter den Juden keinen Massenaufstand? Warum hört man fast nur vom Lager Auschwitz?

©Sarah Friggieri
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Wir machten uns auf die Suche nach Antworten. Mit Auschwitz Tours kamen wir nach zum Lagerkomplex und dank unseres Reiseleiters Michel haben wir die Antworten gefunden. Das Lager Auschwitz war kleiner, als ich es mir vorgestellt hatte, aber trotzdem emotional: Stacheldrahtzäune; ein mit Brettern vernageltes Gebäude, in dem Frauen sterilisiert wurden; ein weiteres, wo Experimente an Kindern durchgeführt wurden; ein Kellerverlies, in dem Gefangene gehalten wurden (ein kleiner Raum, mit einer winzigen Öffnung, wo die Menschen langsam erstickten als immer mehr reinkamen).

 

Und dann die Ausstellungen: Berge von Brillen, Schuhen, Koffer, Haarbürsten und Kämme, Schuhcreme, Haushaltswaren, zwei Tonnen Haar, das den Opfern abgeschoren wurde. Den Juden wurde gesagt, sie sollten für die Reise ihre feinsten Sachen tragen und mitnehmen, nichtsahnend dass die Nazis ihnen bei der Ankunft ihre Habseligkeiten stehlen würden, ehe sie sie vor dem schrecklichen Ende zwangen, sich nackt auszuziehen.

 

Das war noch nicht die ganze Story. Erfahre mehr in Teil 2, der bald online geht!

 

Ich bin dein lokaler Gastgeber und freue mich, dir persönlich Insidertipps zu geben.

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